Wenn die Generalprobe schiefläuft…


Der Aufbau des Jugendschachs unseres Vereins ging mit der Teilnahme an den Jugendbezirksmeisterschaften in Bad Zwischenahn in die nächste Runde. Nachdem die Beteiligung an den wöchentlichen Kinder- und Jugendtrainings auf bis zu 20 Teilnehmer gesteigert werden konnte und mehrere Kinder bereits Erfahrungen in der Liga, der Vereinsmeisterschaft sowie beim Oldenburger Open (Schnellschach) gesammelt hatten, stand nun die nächste Herausforderung an: die offizielle Meisterschaft des Schachbezirks Oldenburg-Ostfriesland vom 10. bis zum 14. Oktober.

Unser Leistungsteam setzte sich aus Malte, Yavuz, Maximilian und Finn zusammen. Die Auswahl erfolgte nach den Kriterien Spielstärke, Potenzial, Sozialverhalten und regelmäßige Teilnahme am Training. Das Team Jugendschach konnte erreichen, dass der Verein die Startgebühren sowie ein tägliches Mittagessen übernahm. Darüber hinaus unterstützten Arno, Marcel, Max und Sebastian als Fahrer sowie bei den Analysen vor Ort.

Zur Vorbereitung wurde zunächst am 4. Oktober ein Vergleichskampf gegen den Schachverein Schwarzer Springer Ammerland organisiert. Ziel war eine Win-win- Situation für beide Vereine: die Stärkung des Gemeinschaftsgefühls und das Sammeln wertvoller Spielpraxis. Die Betreuer, Marcel Zanner auf Oldenburger und Julian Hans auf Ammerländer Seite, steuerten Kuchen als Nervennahrung bei. Nach krankheitsbedingten Ausfällen wurde schließlich mit drei gegen drei in den Disziplinen Klassisch, Schnellschach und Blitz gespielt. Für die Oldenburger traten Malte, Robert und Finn an. Am Ende mussten wir reichlich Lehrgeld zahlen, denn die Erfahrung der Ammerländer Kids setzte sich eindeutig durch!

Dennoch sollte sich die Niederlage als wertvolle Investition herausstellen, denn bei den Bezirksmeisterschaften zeigte sich ein anderes Bild:

Obwohl alle vier aufgrund der theoretischen Möglichkeit, sich für die Niedersachsenmeisterschaft zu qualifizieren, in einer höheren Altersklasse antraten und damit auf stärkere Gegnerschaft trafen, schlugen sie sich sehr gut.

Yavuz erreichte den fünften Platz von zehn Spielern und steigt mit einer Erst-DWZ von 1590 ein. Maximilian landete auf dem sechsten Platz und startet mit einer Erst- DWZ von 1496. Auch Malte konnte sich nach zähem Start um 34 DWZ-Punkte
verbessern.

Für Finn war es das erste abgeschlossene Schachturnier (die Vereinsmeisterschaft ist fast geschafft). Obwohl die U8 mit der U10 zusammengelegt wurde, gelangen ihm bereits zwei Siege. Besonders erwähnenswert ist, dass er mit sieben Jahren seine Partien schon sehr sauber notiert und sogar einen Schlagzug en passant korrekt aufschreiben konnte. Keine Selbstverständlichkeit, denn mitunter entstehen auf den Partieformularen auch ganz andere Kunstwerke …


Fazit:
Insgesamt können wir sehr zufrieden sein. Die Jungs haben mehrfach gezeigt, dass sie sich von Niederlagen nicht entmutigen lassen, sondern an ihnen wachsen. Der Teamgeist war hervorragend. Alle haben sich ausgezeichnet verstanden und hatten viel Spaß am Schach. Einziger Kritikpunkt: Es wurde viel zu schnell gespielt. Ich wage die Behauptung, dass die Resultate noch deutlich besser ausfallen werden, wenn wir uns für jeden einzelnen Zug so viel Zeit nehmen, wie er verdient.
Was lernen wir nun daraus? Der nächste Auftrag für unsere Trainer steht bereits fest!

Bericht von Sebastian Müer

Veröffentlicht in Aktuell, Jugend.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert