Vor dem Kampf in den gemütlichen Räumen in der Werderhalle war das bestimmende Thema bei beiden Mannschaften die unheimliche Unentschiedenserie – 4 mal hatte man sich 4 zu 4 getrennt. Wie beim Schach üblich, war die Atmosphäre auch beim Derby freundschaftlich. Nach dem Anpfiff der Schiedsrichterin ging es aber auch wie üblich zur Sache.
Leider hat der Berichterstatter von Anfang an in unbekanntem Fahrwasser verkehrt und daher nicht viel von den anderen Partien mitbekommen. Positiv für Oldenburg waren auf jeden Fall die beiden Remis an den ersten Brettern, wo wir ELO-mäßig am stärksten im Hintertreffen waren. Dem schlossen sich leider weniger gute Nachrichten von den Weißbrettern an: Sebastian verlor und Jan wurde mit seinen eigenen Waffen geschlagen – seine Gegnerin agierte aus einem gedrückten Königsfianchetto-Aufbau heraus und konterte die weißen Bemühungen schließlich mit einem entscheidenden Überfall am Königsflügel. Dazu gab es noch ein solides Schwarzremis von Enno am achten Brett und wir lagen mit 1,5:3,5 zurück.
Punktemäßig standen wir also mit dem Rücken zur Wand, allerdings mit einer guten Aussicht: Marc hatte seine stark reduzierte Streitmacht aus Springer, Turm und d4-Isolani genutzt, um Drohungen gegen den schwarzen Königsflügel aufzustellen und gewann entscheidend Material. Max hatte gegen den erwartet extravaganten Aufbau von Olaf Steffens in ein klar besseres damenloses Mittelspiel und schließlich ein Doppelturmendspiel mit 2 Mehrbauern abgewickelt. Bei Dirk stand eine oberflächlich ausgeglichen erscheinende Sizilianisch-Struktur mit vielen Figuren auf dem Brett.
Alle rechneten also damit, dass die Unentschieden-Serie hält. Marc (souverän) und Max (wacklig) gewannen schließlich auch ihre Endspiele. Der Berichterstatter analysierte gerade mit seinem Gegner noch die Festungsideen des Bremer non-playing-captain Stephan Buchal, als Dirk verkündete, er habe seinen Gegner mattgesetzt. Damit stand ein nach den ELO-Zahlen überraschender, aber an den Brettern durchaus verdienter Comeback-Sieg der Ersten Mannschaft fest.
Für Union geht es im kommenden Kampf gegen Nordhorn darum, um einen Platz auf dem Treppchen oder sogar mehr zu kämpfen. Wie der Mannschaftsführer mit Blick auf das 1:7 gegen den HSK feststellte: Wer sich die Brettpunkte zerschießt, muss eben Mannschaftspunkte holen. Werder muss nach bislang unglücklichem Saisonverlauf noch etwas für den Klassenerhalt tun, auf ein Wiedersehen in der kommenden Saison kann man sich aber trotzdem ziemlich sicher freuen.
(Bericht von Max)