Auf Augenhöhe mit dem Favoriten – knappe Niederlage gegen Lingen

Schwere Aufgabe für unsere 2. Mannschaft, die noch Punkte gegen den Abstieg braucht: ein Heimspiel gegen den Tabellenzweiten aus Lingen. Wir mussten diesmal im Vorfeld sehr oft unser Dispositiv modifizieren – selbst am Sonntagmorgen änderte sich noch einmal die Aufstellung. Auf dem Papier waren wir klarer Außenseiter, aber es war eine engagierte Truppe am Start, die den Emsländern das Leben schwer machen sollte.

Carsten hatte an Brett 2 den größten DWZ-Nachteil, konnte aber ein Remis erzielen. Sein Gegner leitete im Mittelspiel einen Tausch ein, wonach die Stellung symmetrisch wurde. Der Lingener nahm dann ein Remisangebot an. Ich kam mit Schwarz an Brett 3 gut aus der Eröffnung, verpasste es aber im weiteren Verlauf, meine Position auszubauen. Ich habe meine Stellung wohl etwas unterschätzt. Am Ende wurden wir uns dann über eine Zugwiederholung und Remis einig.

1:1. Und nun konnten wir sogar den Führungstreffer erzielen. Unserem neuen Mann Barakat an Brett 8 konnte man nicht anmerken, dass er überhaupt seine erste Turnierpartie spielte. Die Stellung schien mir längere Zeit im Gleichgewicht zu sein, bis der Gegner irgendwann Material einstellte. Diese Nachnominierung hat sich also auf jeden Fall gelohnt! 2:1.

Partien auf Messers Schneide

Und? Konnten wir das Imperium zur Erschütterung bringen? Ein wenig. Es gab ein paar unklare Bretter, eines stand aber zumindest noch gut. Und so ging es weiter: Alfonso hatte an Brett 7 einen Mehrbauern zu verzeichnen, allerdings war es ein ungleichfarbiges Läuferendspiel. Der erfahrene Gegner konnte die Partie in den Remishafen steuern.

Johannes hatte an Brett 6 eine brauchbare Partie abgeliefert und stand lange mit deutlichem Raumvorteil auf Gewinn. Irgendwann verkomplizierte sich die Stellung, und in mittlerweile kritischer Lage stellte Johannes einen Turm ein. Das war der Ausgleichstreffer zum 2,5:2,5.

Von den verbliebenen drei Brettern stand eines scheinbar auf Gewinn, die beiden anderen Partien waren aber kritisch. Sebastian an Brett 5 hatte einen Bauern weniger, jedoch wohl deutliche Kompensation durch das Läuferpaar und Angriffschancen – zwischenzeitlich sogar so viel, dass Stockfish Sebastians Stellung als gewonnen einschätzte. So konnte er auch einen „Pfahl im Fleische“ auf f3 einrammen. Weiß blieb aber auf Augenhöhe und vereinfachte die Partie durch Abtäusche. Die Kompensation wurde also zunehmend fraglich.

Parallel dazu agierte Heiko am Spitzenbrett gegen den Großmeister im gegnerischen Team. Mit Schwarz spielte er in einer Stellung mit einem Minusbauern, führte die Partie aber in ein einfaches Turmendspiel, in dem der Gegner ebenfalls einen Doppelbauern hatte. Doch die Hoffnungen zerschlugen sich: Heiko konnte die Stellung letztlich nicht halten. Kurz danach verlor Sebastian noch seinen Stoßbauern auf f3, wonach auch seine Partie verloren ging. 2,5:4,5.

Starker Abschluss

Den Ehrentreffer besorgte dann Tim an Brett 4. Er beschreibt nachstehend selbst das Geschehen:

„Ich hatte mit dem 350 Punkte stärkeren Ramon Mildner zu kämpfen, der die Partie schnell in große Komplikationen auf beiden Seiten lenkte. Im 17. Zug sah ich mich mit folgender Stellung konfrontiert:

Hier opferte ich folgerichtig mit 17. dxc6 eine Qualität. Es folgte 17… exf3 18. Lxf3 Db6? 19. cxb7 Tad8 20. Dc2 Lxa1 21. Txa1, wonach ich vollständig auf Gewinn stehe und die Partie in der Folge sicher nach Hause fuhr.“

Ausblick auf das Schlüsselspiel gegen Quakenbrück

Am Ende also eine knappe 3,5:4,5-Niederlage. Kaufen kann man sich dafür zwar nichts, aber es zeigt, was mit einer motivierten Truppe möglich ist – auch wenn sie auf dem Papier wenig Chancen zu haben scheint. Hat jedenfalls Spaß gemacht heute!

Nunmehr erwartet uns am 12.04. das vielleicht entscheidende Match gegen Quakenbrück. Die Schachfreunde stehen mit uns unten drin und wollen bestimmt auch noch punkten. Es ist also alles angerichtet für einen packenden Kampf!

(Bericht von Frank Modder)